Von:
Gerd Kötter

e-gesang.de

Singen ist wohl die persönlichste Musikausübung, sie nimmt den Menschen in seiner gesamten Befindlichkeit wahr. Von der Klage bis zum fröhlichsten Jauchzen, alles kann in unserer Stimme seinen Ausdruck finden. Im Singen strömt Atem durch den Körper, Atem wird zu Klang.

Auch die Bibel steckt voller Gesang. Allein die 150 Psalmen sind Klang gewordenes Reden mit Gott. Der Lobgesang der Engel an Weihnachten, ihr Gloria in excelsis deo, in das tiefe Dunkel der Menschheit hineingejubelt, ist das vielleicht schönste Beispiel für das Singen. Da kann man nicht mehr schweigend daneben stehen.

Singen ist gesundmachend. Weil es im Kern des Menschen liegt. Singen hilft gegen Angst. Singen stiftet Frieden und stiftet Gemeinschaft. Es gibt Momente, da bleibt die Stimme im Hals stecken. Die Stimme ist gebrochen und Stummheit prägt das Leben. Dann gibt es Momente, in denen zaghaft ein Auferstehen zu spüren ist.

Vielleicht ist es ein alter Choral, nur noch in Fragmenten vorhanden, ohne Text. Vielleicht sind es Trostworte, die spärlich durch eine Melodie Kraft finden.

Am schönsten ist es wohl, wenn wir gemeinsam singen. Im Gottesdienst, im Chor, vereint mit anderen. Die zaghaften Stimmen neben den mutigen, die hohen neben den tiefen, Kinderstimmen neben denen, die durch ein langes Leben geprägt sind. So entsteht ein vielstimmiger Chor mit einer wunderschönen Melodie: "Hoffnung zum Leben".